50 Mio. Euro aus Deutschland für den Kampf gegen die Ölpest

Folgen der Öl-Katastrophe bislang unabsehbar – Boykott an Tankstellen?

Die Ölpest im Golf von Mexiko weitet sich zunehmend aus. Der Öl-Schlamm, der an die Küsten geschwemmt wird, zerstört große Teile der einzigartigen Naturparadiese der US-Südstaaten. Neben den ökologischen Folgen sind allerdings auch die ökonomischen Fragen der Umweltkatastrophe bislang völlig unabsehbar. Wie kann der Verbraucher ein Zeichen setzen?
Das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt hat Anfang der Kalenderwoche 22 im Rahmen einer bundesweiten Befragung n = 662 Konsumenten zu ihrer Meinung zur Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko befragt.
Den Konsumenten ist die Dramatik der Situation bewusst: Die technische Bewältigung der Krise ist zunächst das Wichtigste – finanzielle Unterstützung kann derzeit nur begrenzt weiterhelfen. Dennoch wäre nahezu jeder fünfte Befragte bereit, einen Monat lang 10 Cent mehr für seinen Sprit zu bezahlen, wenn mit diesen Geldern die Ölpest schneller und wirksamer bekämpft werden könnte. Bei den jüngeren Befragten bis 30 Jahren ist es sogar jeder Dritte. Dahinter verbirgt sich in der Gruppe der „Zahlungsbereiten“ unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Kraftstoffverbrauchs ein theoretisches Potenzial von rund 50 Mio. Euro bundesweit.



In der Frage, inwieweit ein Boykott des Ölkonzerns BP als Verursacher der Naturkatastrophe sinnvoll ist, sind sich die Befragten uneins. Ein Drittel der Befragten gibt an, beim Tanken bereits BP-Tankstellen zu meiden. Etwa 50:50 steht es in der Frage nach einem weltweiten Boykottaufruf zu Lasten des Ölkonzerns. Zwei Drittel sind der Auffassung, dass ein Boykott des Ölmultis BP sinnlos wäre, da es ohnehin „immer die Falschen trifft“. Die weitergehende Analyse zeigt, dass insbesondere jüngere Personen und Männer, Besserverdienende und Viel-Tanker einem Boykott eher ablehnend gegenüberstehen.
Ein gutes Drittel derer, die eine Erhöhung des Kraftstoffpreises zur Bekämpfung der Ölpest ablehnen, meiden zudem BP-Tankstellen. Damit strafen sie den Konzern sogar doppelt ab: BP soll die finanziellen Folgen alleine schultern und gleichzeitig auch umsatzmäßig leiden.




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