Vor dem Hintergrund des steigenden Informationsbewusstseins und den Mitbestimmungswünschen der Patienten bei der Wahl des Medikamentes (nicht zuletzt auch getrieben durch die Veränderungen im Gesundheitswesen) rückten die Patienten in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der Pharmakommunikation. Doch wie denken und handeln die Patienten heute, die unter chronischen Erkrankungen leiden? Welche Motive liegen dem Informationsbedürfnis oder der Meinung gegenüber Arzt und Apotheker zugrunde? Und welchen Einfluss haben die starken Veränderungen der Gesundheitsreform auf das Verantwortungsgefühl für die eigene Gesundheit? Um diese Fragen zu beantworten hat Produkt + Markt 2008 die zweite Befragungswelle der P+M-Patiententypologie durchgeführt. Hauptaugenmerk der Analyse liegt dabei auf der Ableitung von neuen Ansatzpunkten für die Kommunikation mit der Zielgruppe „Patienten“.
Zwei wichtige Ergebnisse der Studie lauten: Die „informierten Patienten“ differenzieren sich aus: Der „mündige Patient“ lässt sich heute nicht mehr ausschließlich durch ein ausgeprägtes Informationsbedürfnis beschreiben, vielmehr ist die Suche nach Informationen entweder durch eine Kosten- oder eine Markenorientierung getriggert. Es reicht daher heute nicht mehr aus, ein generelles Informationsbedürfnis zu befriedigen, vielmehr müssen die Informationen wie in anderen Zielgruppen auch auf die verschiedenen Segmente zugeschnitten werden. Und: Der Fokus von DTP-Maßnahmen muss über die Versorgung mit allgemeinen Informationen hinaus sehr viel stärker auf die jeweiligen Erfahrungen, Wissensstand und Bedürfnisse des Patienten gelegt werden („medical education“). Insbesondere geht es um die Stärkung des „Involvements“ des Patienten. Die Gegenüberstellung der „chronischen Volkskrankheiten“ mit der Indikation Multiple Sklerose belegt, dass es durch die Hersteller gelingen kann, das „Involvement“ der Patienten zu stärken, um längerfristige Bindungen zum Medikament aufzubauen. Die Ergebnisse der Studie basieren auf der Befragung von n = 441 Personen mit chronischer Erkrankung (Hypertonie, Diabetes Typ II, Arthrose, Rheumatoide Arthritis, Migräne). Zusätzlich werden in der indikationsspezifischen Analyse n = 51 Multiple Sklerose-Patienten als Kontrollgruppe betrachtet. Bereits im P+M–Workshop auf der R&R-Marktforschungsmesse 2008 wurden die Ergebnisse vorgestellt. Eine Auswahl der Topline Results des Patient-Profiler können Sie hier downloaden.
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