Produkt + Markt beleuchtet Bioenergie in der deutschen Landwirtschaft
In einer repräsentativen Umfrage bei 1000 Landwirten ermittelte Produkt + Markt Basisinformationen für die Diskussion von Entscheidungsträgern aus Industrie und Verbänden. Die Ergebnisse dienten auch der Erarbeitung der „Berliner Erklärung“.Dr. Dirk Aderhold, Managing Director bei Produkt + Markt präsentierte die Ergebnisse anlässlich des 2. Standortgespräches der FNL auf dem ErlebnisBauernhof der internationalen Grünen Woche in Berlin.
Photovoltaik stellt die am weitesten verbreitete regenerative Energieerzeugung und –nutzung durch Landwirte dar (38 Prozent der Nennungen). Es folgt der Anbau von Energiepflanzen für die Verwendung in Biogasanlagen und die industrielle Verwertung mit je 20 bzw. 14 Prozent der Nennungen. Bei Energiepflanzen haben Mais (19 Prozent der Betriebe), Raps (10 Prozent) und Zuckerrüben (5 Prozent) die größte Bedeutung.
Die Bioenergie besitzt eine hohe und stark zunehmende wirtschaftliche Bedeutung. Etwas mehr als jeder zweite befragte Betrieb (51 Prozent) erzielt Umsätze im Bereich Bioenergie. Im Durchschnitt sind es 9 Prozent des Gesamtumsatzes. Für die kommenden drei bis fünf Jahre erwarten die Landwirte eine Steigerung um fast 70 Prozent auf dann durchschnittlich 16 Prozent ihrer Umsätze. Innerhalb dieses Zeithorizonts erwarten dann 68 Prozent der Betriebe Einkommen aus der Bioenergie. Augenfällig ist, dass Betriebe, die bereits heute höhere Anteile regenerativer Energien am Gesamtumsatz aufweisen, diesen Anteil weiter steigern möchten. So weisen 17 Prozent der Betriebe heute einen Anteil von 6 bis 15 Prozent am Gesamtumsatz auf. In drei bis fünf Jahren werden dies wahrscheinlich 24 Prozent der Betriebe sein. Im Bereich 16 bis 25 Prozent am Gesamtumsatz steigert sich der Anteil der Betriebe im gleichen Zeitraum von 8 auf 14 Prozent. Die besten Chancen werden dabei den Bereichen Photovoltaik, Biogas und Energiepflanzen zugesprochen. Etwa die Hälfte der Befragten sehen dort sehr gute oder gute Zukunftschancen.
Mögliche Konfliktfelder im Hinblick auf den vermehrten Anbau nachwachsender Rohstoffe sehen die Landwirte in der Verschärfung der Flächenkonkurrenz zu den Nahrungsmitteln und Futterpflanzen. Weitere Probleme werden in der Gefahr einseitiger Fruchtfolgen und negativer Auswirkungen auf das Landschaftsbild gesehen. Aber es werden auch Lösungen für diese Herausforderung formuliert: in einem noch effizienteren Umgang mit Ressourcen wie Boden, Wasser und Energie sehen 36 Prozent der Befragten den Schlüssel, auch zu einer gesteigerten gesellschaftlichen Akzeptanz der Bioenergie. 34 Prozent der Landwirte sehen Lösungsansätze zur Minimierung der Zielkonflikte in innovativen Pflanzenbaukonzepten.
Dass Landwirtschaft und Umweltschutz Hand in Hand gehen, zeigt die freiwillige Durchführung von Umweltmaßnahmen. 58 Prozent der befragten Landwirte leisten über bodenschonende Bearbeitungsverfahren einen regelmäßigen Beitrag zu einem gesunden Naturhaushalt. Jeweils rund 30 Prozent führen regelmäßig Maßnahmen zum Vogel- und Wildpflanzenschutz durch.
Zusammenfassend belegen die Ergebnisse der Umfrage, dass die Energiegewinnung aus landwirtschaftlich erzeugten Ressourcen bereits heute von großer Bedeutung für den Agrarsektor ist und dass diese Bedeutung in Zukunft weiter zunehmen wird. Auch haben die Landwirte mögliche Konfliktfelder identifiziert und Vorstellungen, wie diese Spannungen gelöst werden können.
Die Umfrage wurde durch die Unterstützung der AGRAVIS Raiffeisen AG und der BayWa AG ermöglicht.
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