Stimmung in der Landwirtschaft: Talsohle durchschritten?

Die Stimmungslage unter den deutschen Landwirten hellt sich weiter auf. Dies belegen die jüngsten Umfrageergebnisse des Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar vom März 2005. Das Barometer, das sich aus der Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage der Landwirte zusammensetzt, lag im Vorquartal noch bei 68 Punkten (Juni 2000 = 100). Im März verbesserte sich das Barometer auf 70 Punkten und ist damit zum vierten Mal in Folge gestiegen. Die vor zwei Jahren begonnene Talsohle mit Werten von nur 50 Punkten scheint durchschritten. 

In jüngster Zeit verbesserte sich vor allem die Beurteilung der zukünftigen wirtschaftlichen Lage. Die Einschätzung der aktuellen Situation blieb nahezu gleich. Verbessert hat sich die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Süden Deutschlands, während sie im Norden unverändert blieb und im Osten etwas negativer ausfiel. Nach wie vor sehen aber ostdeutsche Landwirte ihre aktuelle Lage positiver als Landwirte aus Norddeutschland und Süddeutschland, wo die Bewertung am schlechtesten ausfällt. Zwischen den Betriebsformen beurteilen Ackerbaubetriebe ihre Lage am schlechtesten, während sich Futterbaubetriebe und vor allem Veredlungsbetriebe positiver äußern. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich bei Ackerbaubetriebe diese Einschätzung sogar verstärkt, während in den anderen Betriebsformen die Zufriedenheit gestiegen ist. 

Die Zukunftserwartungen der Landwirte verbesserten sich insgesamt deutlich. Erstmals sehen die Befragten wieder ähnlich zuversichtlich in ihre Zukunft wie vor eineinhalb Jahren. Aber auch hier sind die Aussichten der Ackerbaubetriebe sehr getrübt. Zwar verbesserten sich insgesamt die Erwartungen der Landwirte, unter den Ackerbauern rechnen aber noch 56 Prozent mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in den nächsten zwei bis drei Jahren, nur 3 Prozent mit einer Verbesserung. 

Die positivere Grundstimmung schlägt sich mit Verzögerung nun auch im Investitionsverhalten der Landwirte nieder. 47 Prozent der Landwirte planen in den nächsten 6 Monaten Investitionen, das sind deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (39 Prozent). Der Investitionsstau in den Betrieben löst sich auf, da sich sowohl die Liquidität als auch die Zuversicht auf eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft verbessert haben. Besonders deutlich steigen dabei die Investitionen in Wirtschaftsgebäude. Ungebremst ist auch der Trend, verstärkt in den Bereich der Erneuerbaren Energien zu investieren. 

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes, der Landwirtschaftlichen Rentenbank, des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und des Bundesverbandes Lohnunternehmen vierteljährlich erhoben. ¬Im März befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt dazu in einer repräsentative Befragung rund 1.000 Landwirten und Lohnunter¬nehmen zu ihrer wirtschaftlichen Lage und ihren Investitionsabsichten.



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