Warten auf die neue Regierung

Konjunkturbarometer Agrar 
Immer noch labile Stimmungslage in der Landwirtschaft– Index verliert einen Punkt 

Die Stimmungslage in der deutschen Landwirtschaft hat sich leicht verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar, das untersucht, wie Landwirte ihre wirtschaftliche Situation im Umfeld politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen aktuell einschätzen und welche Investitionen sie in den kommenden sechs Monaten planen. Vierteljährlich führt dazu Produkt + Markt im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV), der Landwirtschaftlichen Rentenbank, des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und des Bundesverbandes Lohnunternehmen eine repräsentative Befragung durch. Der Konjunkturindex liegt im September 2005 bei 67 Punkten, während er im letzten Quartal noch 68 Punkte notierte. Damit verlor der Index zum zweiten Mal in Folge leicht gegenüber dem Vorquartal, nachdem er seit 2004 viermal in Folge bessere Werte vorweisen konnte.
Ursache für die aktuell verhaltene Stimmung ist die schlechtere Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage insbesondere der Veredlungs- sowie Ackerbaubetriebe. Größere Veränderungen gab es hierbei bei ostdeutschen Landwirten. Während sie bei bisherigen Befragungen ihre aktuelle Lage positiver bewerteten als Landwirte im übrigen Deutschland, sank der Wert diesmal deutlich ab. Die Landwirte aus Süddeutschland beurteilten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation wie auch in vorigen Befragungen am kritischsten. Erhebliche Unterschiede in der Beurteilung ihrer wirtschaftlichen Situation zeigen sich auch zwischen den Betriebsformen. Während Ackerbau- und Futterbaubetriebe mit den Noten 3,52 und 3,38 (auf einer Skala von 1= sehr viel günstiger bis 5= sehr viel schlechter) ihre Lage sehr kritisch beurteilen, äußern sich Veredlungsbetriebe mit 3,12 vergleichsweise optimistischer, wobei sich auch hier die Stimmung verschlechtert hat. Die Zahl der Veredler, die ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als sehr gut bis gut eingeschätzt haben, sank um ein Drittel. 

Die Beurteilung der erwarteten wirtschaftlichen Situation in den nächsten zwei bis drei Jahren fiel leicht besser aus als vor drei Monaten. Im Vergleich zum Vorquartal veränderte sich die Benotung von 3,45 auf 3,42. Auch hier sind die Aussichten der Ackerbaubetriebe eher gedämpft. Die Zahl der Landwirte, die ihre Situation in der Zukunft günstiger einschätzten, sank fast um die Hälfte auf 5 Prozent ab. Lediglich Schweine- und Geflügelhalter blicken zuversichtlicher in die Zukunft. Dort stieg die Zahl derer, die ihre wirtschaftliche Situation in der Zukunft günstiger einschätzten, leicht an.

Trotz der getrübten Grundstimmung ist das Investitionsverhalten der Landwirte konstant bis erfreulich einzuschätzen. Nach einer Phase der Investitionszurückhaltung stieg die Investitionsbereitschaft im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 38 auf 42 Prozent. Besonders sichtbar steigen dabei die Investitionen in Wirtschaftsgebäude. 18 Prozent der Befragten planen in den nächsten sechs Monaten Investitionen in diesem Bereich (Vorjahreszeitraum: 12 Prozent). Unverändert hingegen bleiben die Investitionspläne bei Maschinen und Geräte, Hoftechnik und Bürotechnik. Ebenso verharren die außerlandwirtschaftlichen Investitionen, wozu auch der Bereich der erneuerbaren Energien gehört, auf gleichem Niveau. In diesen Bereich wollen 11 Prozent der Landwirte im kommenden halben Jahr investieren.


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