WikiLeaks – Segen oder Fluch

Schadet WikiLeaks mehr, als es nutzt?

Kaum eine Woche vergeht, in der WikiLeaks keine Schlagzeilen macht: Die jüngsten Enthüllungen diplomatischer Dokumente warfen ein unvorteilhaftes Bild auf die amerikanisch-europäischen Beziehungen. Nun bemüht sich die US-amerikanische Regierung um Schadensbegrenzung. Mehr und mehr Unternehmen distanzieren sich von WikiLeaks. 

Produkt + Markt hat im Dezember 2010 im Rahmen einer bundesweiten Befragung n = 1.007 Personen repräsentativ nach ihrer Meinung WikiLeaks befragt. WikiLeaks ist so schillernd wie aufmerksamkeitsstark und das durch alle Bevölkerungsschichten: Fast jeder hat von WikiLeaks zumindest dem Namen nach schon einmal gehört (95%), egal ob jung oder alt, arm oder reich. 

Wenn Sie bereits auf den Internetseiten von WikiLeaks gesurft haben, dann gehören Sie zwar zu einer Minderheit, aber nicht zu einer kleinen. Jeder vierte erwachsene Bundesbürger hat bereits die Internetseiten von WikiLeaks besucht (26%), betrachtete man Männer unter 30 Jahren, ist es fast jeder zweite (44%). 


Ist WikiLeaks nun eher ein Fluch oder ein Segen? Jeder zweite Befragte äußert sich froh darüber, dass es so etwas wie WikiLeaks gibt (53%), knapp 20% der Bevölkerung sind jedoch der entgegengesetzten Meinung. Aus Sicht der Mehrheit ist der Nutzen, den WikiLeaks stiftet, größer als die möglichen Schäden. Ein ehrenwertes Anliegen schreiben WikiLeaks 39% der Bundesbürger zu, 22% misstrauen den Absichten. 

Doch wie ist es um die Qualität der enthüllten Informationen bestellt? Auch Befürworter müssen zugeben, dass die Informationsqualität nur schwer einzuschätzen ist (54%) bzw. sind sich hierüber unsicher (24%). 

Die US-Regierung bemüht sich immer noch, WikiLeaks illegales Handeln nachzuweisen, um juristisch gegen WikiLeaks vorgehen und im Endeffekt verbieten zu können. Zumindest bei der bundesdeutschen Bevölkerung würde ein solches Verbot jedoch auf wenig Gegenliebe stoßen: Nur knapp jeder zehnte würde ein Verbot befürworten (9%), zwei Drittel sprechen sich klar dagegen aus (67%).



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