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Landmaschinen und Emotionen. So wird’s gemessen.

Wenn Landwirte Landmaschinen kaufen, sind immer auch Emotionen im Spiel. Wir begleiteten einen Traktorenhersteller auf dem Weg zur Love Brand. Das Besondere daran: Wir haben auch Emotionen gemessen, die die Probanden selbst nicht ausdrücken können.   

Das Ziel: Emotionale Differenzierung im internationalen Markt

Ein international führender Landmaschinenhersteller hatte es sich zum Ziel gesetzt, seine Traktorenmarke als unverwechselbar und einzigartig im Markt zu etablieren, um so die Landwirte noch stärker an sich zu binden. Die Marktforschung sollte die emotionale Wirkung der Markenkommunikation und des Produkterlebnisses analysieren. Zudem galt es, richtungweisende Erkenntnisse für die emotionale Positionierung zu gewinnen.

Bei der Emotionsmessung stoßen traditionelle Verfahren an ihre Grenzen

Emotionen zu messen, ist eine komplexe Aufgabe. Meist reichen traditionelle Methoden wie Item-Listen mit skalierten Abfragen nicht aus, um die wahren, unbewussten Reaktionen zu erfassen. Apparative Verfahren wie Hautleitwiderstandsmessungen oder Facial Coding messen zuverlässiger und genauer, sind aber mit erheblichem Aufwand für Forschende und Probanden verbunden. Für unseren Kunden galt es, eine smarte und wissenschaftlich fundierte Alternative zu bieten, die bei der geplanten internationalen Erhebung funktioniert. Wir entschieden uns daher für ein Forschungsdesign, das qualitative, quantitative und implizite Methoden vereinte.

Ein tiefer Blick in die Welt der Landwirte

Die qualitative Studie hatte das Ziel, ein fundiertes Verständnis dafür zu entwickeln, was Landwirte in unterschiedlichen Regionen auf vier Kontinenten tatsächlich bewegt. Zudem sollten Erkenntnisse für die Ausgestaltung der quantitativen Studie gewonnen werden. In den ersten Wochen reisten unsere Researcher physisch und virtuell in die landwirtschaftlichen Hotspots und in entlegene Regionen, um mit den Probenden zu sprechen. Aber nicht nur Mobilität war gefragt. Um in den Interviews die notwendige Tiefe zu erreichen, setzten wir ausschließlich auf muttersprachliche Researcher, die darüber hinaus auch fachlich versiert und damit auf Augenhöhe mit den Landwirten sprechen konnten. Das zahlte sich aus. Es gelang so, ganz neue Perspektiven auf den Entscheidungsprozess zu gewinnen und Erkenntnisse darüber zu liefern, was für Landwirte beim Traktorkauf und im Einsatz wirklich zählt.  

Eine pragmatische und wissenschaftlich fundierte Methode zur Emotionsmessung

Um die in der qualitativen Studie gewonnen Einsichten auf eine statistisch sichere Basis zu stellen, folgte eine umfassende internationale Befragung bei über 2.400 Landwirten. Inhalte der Untersuchung waren die Einstellungen und Erfahrungen zu Marke und Traktoren in Bezug auf die rationalen, technischen und wirtschaftlichen Kriterien.

Vor allem aber ging es, um die emotionale Wirkung der Marke und Traktoren im Wettbewerbsumfeld. Als Methode zur Emotionsmessung kam PIC|MOTION zum Einsatz – ein implizites Verfahren, das mithilfe visueller Stimuli tieferliegende Reaktionen misst.

PIC|MOTION bildet mit einer Bildergalerie von rund 40 validierten Bildern und 45 Ausprägungen den Emotionsraum differenziert ab. Grundlage hierfür: Das Modell des emotionalen Circumplex nach Russell und Scherer. Anders als apparative Verfahren lässt sich PIC|MOTION ohne viel Aufwand in persönliche Interviews oder online Befragungen integrieren.

Unentdeckte Positionierungschancen werden sichtbar

Die quantitative Erhebung mit PIC|MOTION zeigte eindrucksvoll, wie und welche emotionalen Reaktionen durch Markenkommunikation einerseits und durch technische Eigenschaften, Ausstattung und Design anderseits ausgelöst werden. Das emotionale Mapping visualisierte die Unterschiede zwischen den Marken in Dimensionen wie Begeisterung, Stolz und Geborgenheit. Diese Ergebnisse überraschten den Kunden, da frühere konventionelle Messungen solche Erkenntnisse und die damit verbundenen Positionierungschancen nicht offengelegt hatten.Besonders aufschlussreich war, dass einige Marken ihre emotionale Positionierung konsequent durch das Produkt erlebbar machten. Andere hingegen zeigten deutliche Diskrepanzen zwischen Produkterlebnis und Markenkommunikation.
Mit PIC|MOTION konnten wir emotionale Reaktionen differenziert erfassen und bisher unentdeckte Positionierungschancen für unseren Kunden aufzeigen.
...Senior Research...

5 Erkenntnisse für Ihre emotionale Markenpositionierung

  1. Emotionen immer implizit messen: Implizite Methoden wie PIC|MOTION eignen sich sehr gut, um unbewusste emotionale Reaktionen der Kunden zu messen und zu quantifizieren. Traditionelle explizite Verfahren sind dafür nicht ausgelegt.
     
  2. Die wichtigsten Touchpoints berücksichtigen: Eine emotionale Markenpositionierung bietet viele Vorteile, kann jedoch scheitern, wenn Markenkommunikation und Realität der Markenerlebnisse auseinanderklaffen. Unsere Studie zeigte, dass dies sogar zu Ablehnung der Marke führen kann. Analysieren Sie daher die emotionalen Reaktionen an den wichtigsten Kontaktpunkten, um mögliche Diskrepanzen aufzudecken. Das Produkt- und Fahrerlebnis gehören auf jeden Fall in die Messung.
     
  3. Dialog sorgt für emotional Nähe: Statt nur die Vorzüge Ihrer Marke zu bewerben, treten Sie in einen Dialog mit Ihren Kunden. Interaktivität, Feedback und soziale Bestätigung fördern die emotionale Nähe zu den Kunden. Positiver Nebeneffekt: Im Dialog erhalten Sie regelmäßig wertvolle Einblicke in die Wahrnehmung Ihrer Markenstrategie.
     
  4. Kontinuität fördert Vertrauen: Ihre Marke ist eine langfristige Investition, die nachhaltig zum Unternehmenserfolg beiträgt. Unsere Studie zeigte: Kontinuität im emotionalen Branding stärkt das Vertrauen und ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Überprüfen Sie daher regelmäßig, ob Sie mit Ihrer Strategie noch auf Kurs sind.
     
  5. Stories verstärken rationale Argumente: Setzen Sie Emotionen gezielt ein, ohne zu übertreiben. Rationale Gründe bleiben entscheidend für Kaufentscheidungen. Verpacken Sie technische Merkmale in Geschichten, die den Nutzen greifbar machen. Dann gehen Ihre Argumente unter die Haut und bleiben länger in Erinnerung.
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