Präferenzen messen mit diesen Methoden

Welche Eigenschaften machen ein Produkt erfolgreich? Welche Features sind für die Zielgruppe unverzichtbar? Und wie entwickelt man eine Preisstrategie, die funktioniert? In der Marktforschung gibt es bewährte Methoden, um genau das herauszufinden: MaxDiff-Analyse, Conjoint-Analyse, Produktkonfiguratoren und Likert-Skalen sollte Sie kennen. Jede dieser Methoden bietet spezifische Vorteile - je nach Fragestellung, Ziel und Branche.

Welche Fragen beantwortet dieser Artikel?

  1. Welche Methoden eignen sich, um Kundenpräferenzen zuverlässig zu messen?
  2. Wie kann ich mein Produkt optimal konfigurieren und welche Methode unterstützt mich dabei?
  3. Welche Ansätze helfen, einen marktfähigen Preis für mein Produkt festzulegen?
  4. Wie funktionieren MaxDiff, Conjoint, Produktkonfigurator und Likert-Skala bei der Messung von Präferenzen?

MaxDiff-Analyse: Klare Prioritäten auch für kleine Unterschiede

Wenn viele Entscheidungskriterien zur Auswahl stehen, hilft die MaxDiff-Analyse, die relevantesten Faktoren herauszuarbeiten. Teilnehmende wählen in jedem Schritt das jeweils wichtigste und unwichtigste Merkmal. So entsteht eine präzise Rangfolge der entscheidenden Attribute ohne Anspruchsinflation, denn MaxDiff fordert klare Entscheidungen von den Befragten und zeigt so, was wirklich zählt. Die Analyse liefert metrische Daten. Sie zeigen genaue Abstände, machen Unterschiede messbar und erlauben präzise, vergleichende Analysen.

Wann ist die MaxDiff-Analyse sinnvoll?
Wenn viele Optionen verglichen werden sollen
MaxDiff bleibt auch bei einer großen Anzahl an Items übersichtlich und effizient.

Wenn alles gleich wichtig erscheint
Die Methode verhindert, dass Teilnehmende allen Aussagen zustimmen und keine Prioritäten setzen – sogenannte Anspruchsinflation wird gezielt vermieden.

Wenn feine Unterschiede sichtbar werden sollen
Auch minimal abgewandelte Botschaften oder ähnlich bewertete Merkmale lassen sich zuverlässig differenzieren.

Wenn direkte Bewertungen verzerrt wären
MaxDiff reduziert soziale Erwünschtheit und Ja-Sage-Tendenzen, da keine klassische Bewertung auf Skalen erfolgt.

Wenn die Befragung einfach und kosteneffizient sein soll
Die Methode lässt sich unkompliziert in Online-Interviews oder Selbstausfüller integrieren, bei gleichzeitig geringer Interviewdauer.

Wenn vergleichbare, metrische Ergebnisse gebraucht werden
Die resultierenden Nutzenwerte zeigen klar, wie stark einzelne Optionen bevorzugt werden – objektiv und direkt vergleichbar.

Was wirkt? MaxDiff bringt Klarheit ins Claim-Wirrwarr
Ein Hersteller von Haarpflegeprodukten möchte herausfinden, welche Aussagen auf der Verpackung am besten wirken. In einer MaxDiff-Studie beurteilen Verbraucherinnen über 20 mögliche, teils sehr ähnliche Claims – etwa zu natürlichen Inhaltsstoffen, Umweltverträglichkeit oder Wirkung. Die Analyse zeigt, dass die Formulierungen "Ohne Mikroplastik" und "Pflegt intensiv, ohne zu beschweren" deutlich höher priorisiert werden als die Varianten „Frei von Mikroplastik“ und „Leicht und intensiv gepflegt“. Obwohl die Claims nur minimal variieren, macht MaxDiff Präferenzunterschiede deutlich, die mit Skalenabfragen oft unentdeckt bleiben.

Conjoint-Analyse: Merkmalskombinationen bewerten und Strategien simulieren

Die Conjoint-Analyse zeigt, wie verschiedene Produktmerkmale im Zusammenspiel wirken. Befragte bewerten Merkmalskombinationen oder ganze Produktpakete und durchlaufen dabei realistische Kaufentscheidungssituationen. So lässt sich herauslesen, welche Kombination aus Preis, Funktion und Zusatzleistung am attraktivsten ist. Die Conjoint-Analyse liefert metrische Daten. Sie macht sichtbar, wie stark einzelne Produkteigenschaften wirken, und ermöglicht präzise Simulationen von Marktanteilen, Preisreaktionen und Produktkombinationen.

Wann ist die Conjoint-Analyse sinnvoll?
Wenn Präferenzen in Marktanteile, Preise und Umsätze übersetzt werden sollen
Conjoint zeigt, welche Produktmerkmale den Unterschied machen und liefert Daten, mit denen sich Marktanteile, Preissensitivitäten sowie Ertrags- und Umsatzpotenziale berechnen lassen.

Wenn das Zusammenspiel der Produkteigenschaften zählt
Die Methode zeigt Wechselwirkungen zwischen einzelnen Eigenschaften und welche Kombinationen die Zielgruppen besonders überzeugen.

Wenn das Kaufverhalten für vordefinierte Produktangebote vorhergesagt werden soll
Die Conjoint-Analyse ist dann sinnvoll, wenn das Kaufverhalten in bestehenden Märkten untersucht werden soll oder wenn Zielgruppen zwischen festen Produktvarianten wählen – etwa bei Tarifen oder Wirkstoffkombinationen, die sich nicht beliebig anpassen oder kombinieren lassen.

Wenn Wettbewerbsreaktionen oder Marktveränderungen simuliert werden sollen
Die Conjoint-Analyse zeigt, wie Zielgruppen in dynamischen Marktsituationen reagieren, etwa wenn Wettbewerber Preise anpassen oder neue Varianten einführen.

Tabs, Konzentrate, Top-Ertrag – so hilft Conjoint bei der Sortimentsplanung
Ein Anbieter von nachhaltigen Waschmitteln testet neue Produktkonzepte mit unterschiedlichen Darreichungsformen, Wirkstoffformulierungen und Preisniveaus. Die Conjoint-Analyse zeigt: Die Kombination aus konzentrierter Formel und Tab-Dosierung erzielt eine hohe Preisbereitschaft. Für das Finetunig simuliert das Unternehmen Preis-Absatz-Funktionen und Ertragskurven für unterschiedliche Produkt- und Preisvarianten und Wettbewerbsszenarien. Das Ergebnis: Eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Produkt - Sortimentsplanung.

Produktkonfiguratoren: Kaufentscheidungen realitätsnah simulieren

Produktkonfiguratoren simulieren reale Kaufentscheidungen. Befragte stellen ihr Wunschprodukt interaktiv zusammen, etwa bei Ausstattung, Design oder Preis. Die Methode schafft eine realistische Entscheidungssituation, bleibt aber auch bei komplexen Produkten gut bedienbar. Viele kennen Konfiguratoren aus dem Alltag. Das sorgt für hohe Akzeptanz und macht die Teilnahme oft angenehm.
 
Marktforschende gewinnen dabei mehr als Auswahlentscheidungen. Sie erkennen Unterschiede zwischen Zielgruppen und erfassen zusätzlich Verhaltensdaten. Etwa welche Kombinationen ausprobiert werden, wann jemand abbricht oder welche Merkmale besonders wichtig sind. So entstehen tiefe Einblicke in Präferenzen, Entscheidungslogiken und Marktpotenziale.

Wann sind Produktkonfiguratoren sinnvoll?
Wenn Produkte frei kombinierbare Eigenschaften bieten
Ideal bei modularen Angeboten, bei denen sich Käuferinnen und Käufer ihr Produkt individuell zusammenstellen.

Wenn sehr viele Optionen zur Auswahl stehen
Auch bei komplexen Produkten mit vielen Zusatzfunktionen bleibt die Methode effizient.

Wenn reale Auswahlprozesse abgebildet werden sollen
Konfiguratoren zeigen, wie Zielgruppen tatsächlich entscheiden. Neben den Präferenzen lassen sich Klickverhalten, Auswahlverläufe und Entscheidungsdauer analysieren.

Drei Nutzertypen, drei Strategien – was Konfiguratoren über Zielgruppen verraten
Ein Hersteller nutzt einen Konfigurator in der Marktforschung, um Zielgruppen besser zu verstehen. Die Auswertung zeigt drei unterschiedliche Nutzertypen: Menschen, die schnell einfache Pre-Sets wählen und auf den Preis achten. Andere, die gezielt konfigurieren und bereit sind, für Komfortfunktionen mehr zu zahlen. Und solche, die stark variieren, unsicher wirken und Unterstützung brauchen. Daraus leitet das Unternehmen ab, wie es Konfigurationstiefe, Pre-Bundles und Orientierungshilfen differenziert anbieten kann.

Likert-Skala: Direkte Einschätzungen einfach messen

Die Likert-Skala erfasst Meinungen, Bewertungen und Einstellungen über eine abgestufte Skala von Zustimmung bis Ablehnung. Sie eignet sich besonders für schnelle, verständliche Erhebungen mit klar interpretierbaren Ergebnissen.

Ihr Einsatz geht über technische Produkteigenschaften hinaus. Auch weiche Faktoren wie Image, persönliche Einstellungen oder emotionale Meinungen lassen sich abbilden. Die Skala ist hilfreich, wenn Eigenschaften eines Produkts unterschiedlich relevant sind und entsprechend gruppiert werden sollen. Sie bietet eine einfache und zugleich zuverlässige Möglichkeit, differenzierte Präferenzen zu messen.

Wann ist die Likert-Skala sinnvoll?
Wenn Meinungen oder Einstellungen direkt gemessen werden sollen
Gut geeignet für die Bewertung von Aussagen, Slogans oder einfachen Merkmalen.

Wenn nur wenige Aspekte im Fokus stehen
Ideal für kurze, kompakte Fragebögen mit klarer Fragestellung.

Wenn schnelle Auswertung wichtig ist
Antworten lassen sich sofort interpretieren. Es sind keine statistischen Modelle nötig.

Wenn analoge Interviews notwendig oder gewollt sind
Die Skala eignet sich für Telefon- oder Paper-Pencil-Interviews.

Wenn eine grobe Einschätzung ausreicht
Insbesondere in frühen Innovationsphasen und ersten Iterationen geben skalierte Antworten ein gute Orientierung über Präferenzen und Einstellungen.

Erster Design-Check: Likert-Skala schafft schnelle Orientierung
Ein Softdrink-Hersteller testet erste Designentwürfe. Dabei sollen sowohl visuelle Gestaltungselemente als auch Botschaften, Ansprache und Markenpassung bewertet werden. Ziel ist es herauszufinden, inwieweit die Entwürfe mit den Einstellungen und Wertvorstellungen der Konsumentinnen und Konsumenten übereinstimmen. Zehn Kriterien bilden die Bewertungsgrundlage auf einer 5-stufigen Skala. Die Ergebnisse fließen direkt in die nächste Designiteration ein. Der pragmatische Forschungsansatz erlaubt eine flexible Umsetzung in Online-Interviews sowie in persönlichen Gesprächen.

TURF-Analyse: Produktkombinationen mit maximaler Reichweite ermitteln

Ein starkes Sortiment braucht kluge Portfolioentscheidungen. Welche Sorten sollen angeboten werden? Welche Kombinationen erreichen die meisten Käuferinnen und Käufer? Die TURF-Analyse hilft, aus einer Vielzahl von Angeboten genau die Auswahl zu treffen, die den größten Marktanteil erzielt. TURF steht für Total Unduplicated Reach and Frequency. Die Methode misst, wie viele unterschiedliche Personen mindestens eines der angebotenen Produkte attraktiv finden. So wird sichtbar, welche Kombinationen das beste Abdeckungs- und Umsatzpotenzial haben.

Im Gegensatz zu Bewertungen einzelner Produkte betrachtet die TURF-Analyse immer Kombinationen. Sie errechnet, wie viele Personen durch eine bestimmte Auswahl erreicht werden. Jede Person zählt nur einmal. So lassen sich Sortiment, Portfolios oder Kommunikationsangebote gezielt optimieren. In der Marktforschung nutzen viele Unternehmen TURF, wenn sie mit begrenzten Ressourcen arbeiten. Die Methode eignet sich zum Beispiel für die Auswahl von Geschmackssorten, Verpackungsdesigns oder Botschaften. Ergänzend lassen sich auch Kaufhäufigkeiten oder Absatzmengen erheben.

Wann ist die TURF-Analyse sinnvoll?
  1. Wenn aus vielen Angeboten eine begrenzte Auswahl getroffen werden muss
  2. Wenn Sortimente oder Portfolios optimiert werden sollen
  3. Wenn sich Zielgruppen in Bezug auf Präferenzen stark unterscheiden
  4. Wenn Platz oder Werbebudget limitiert ist
  5. Wenn Absatz- und Umsatzziele simuliert werden sollen

Fruchtig. Mild. Beliebt. Wie Joghurt-Sorten gezielt kombiniert werden
Ein Molkereiunternehmen möchte das Sortiment seiner Fruchtjoghurts neu aufstellen. Zur Auswahl stehen acht Geschmacksrichtungen. Im Kühlregal ist aber nur Platz für vier Sorten. Über eine Online-Befragung geben Konsumentinnen und Konsumenten an, welche Sorten sie mögen und wie häufig sie diese kaufen würden. Die TURF-Analyse zeigt, welche Vierer-Kombination die größte Reichweite erzielt. Nicht jede Sorte mit hoher Einzelbewertung trägt zur besten Kombination bei. Überraschend ist, dass Erdbeere, Vanille, Kirsche und Mango mehr Menschen ansprechen als andere Mischungen. Die Auswertung integriert auch Angaben zur Kaufhäufigkeit. So entsteht eine klare Entscheidungsgrundlage für die Sortimentsplanung.
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